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Nachfolge

Im sechsten Wochenimpuls geht es um den Preis der Nachfolge. Jesus selbst gibt uns einen Einblick, welche Konsequenzen es hat, ihm nachzufolgen. In Lukas 9,57-62 werden uns drei Situationen vorgestellt, in denen entweder jemand von sich aus Jesus nachfolgen will oder von ihm dazu gerufen wird.

Impuls für Bruderschaftstreffen

 
Lies Lukas 9,57–62
 

Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. (V. 57-58)

Aus der Parallelstelle in Matthäus 8,19 erfahren wir, dass es ein Schriftgelehrter war, der Jesus folgen will. Doch Jesus warnt ihn: Sein Weg ist kein bequemer, vor allem keiner, der dazu dient, dass man jeden Sabbat schöne Geschichten vom Messias zu erzählen hat. Wer mit Jesus unterwegs sein will, erhält nicht nur die schönen Seiten, sondern muss bereit sein, einiges an Strapazen auf sich zu nehmen. Jesus kann und will sich nirgends niederlassen. Denn er hat einen klaren Auftrag und ein Ziel: Jerusalem. Dort erwartet ihn seine Verhaftung und der Tod. Auf diesem langen Weg lässt er sich vom Heiligen Geist leiten. Er muss immer bereit sein zu gehen und kann es sich nirgends gemütlich machen wie die Füchse oder die Vögel. Der Menschensohn muss tun, wozu ihn der Vater gesandt hat. Jesus zeigt deutlich, dass ihm nachzufolgen keinerlei materiellen oder sonstigen weltlichen Vorteile bringen wird. Heute ist diese Lehre auch unter dem Namen Wohlstandsevangelium bekannt. Doch Jesus hat uns Christen nirgends versprochen, dass er uns hier auf Erden materielle Güter schenken wird. Jesus selbst ist in einer Krippe zur Welt gekommen, die ihm nicht gehörte, und in einem Grab begraben worden, das im Besitz eines Anderen war. Er war auf Menschen angewiesen, die ihn und seine Jünger aufgenommen haben. So schickte er auch seine Jünger los, ohne zweites Hemd, ohne Geldbeutel, ohne Sandalen (Mk 6,8). Er zelebriert dabei nicht das Armsein. Denn das hat keinen Wert in sich selbst. Vielmehr soll nichts, auch keine materiellen Abhängigkeiten, das Licht seiner rettenden Botschaft verdunkeln können und von dem ablenken, was Jesus dir eigentlich anbietet: Vergebung deiner Sünden und Frieden mit Gott. Das ist so viel wert, dass alles andere zu “nichts” wird (Phil 3,8).

Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Aber Jesus sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! (V. 59-60)

Damals wie heute ist es ein selbstverständlicher Ausdruck von Respekt, sich um ein ordentliches Begräbnis eines verstorbenen Familienmitglieds zu kümmern, besonders wenn es um den eigenen Vater geht. Doch Jesus fordert viel. Er missachtet dabei nicht das 4. Gebot. Vielmehr entbindet er diesen Mann von seiner familiären Pflicht. Es kann ihn also nichts mehr davon abhalten, Jesus zu folgen.

Im Hebräerbrief lesen wir: “Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht” (Hebräer 3,14). Wenn Jesus dich ruft, dann gibt es nichts, was dich abhalten darf ihm zu folgen. Er will deine ungeteilte Aufmerksamkeit. Und er will es jetzt. Eine Diskussion über einen späteren Zeitpunkt gibt es nicht. Es gibt doch nichts größeres, wenn du den Ruf Jesu hörst und er dich trifft. Dann antworte: Hier bin ich. Ich folge dir. Nimm weg, was mich trennt von dir. Sei gewiss: Gott kennt deine Situation und auch deine “Ausreden”. Gott wird nicht warten, bis es bei dir passt. Denn er ruft dich zu etwas Größerem: Nämlich zu verkünden, dass Gott König ist.

Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Haus sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. (V. 61-62)

Der Dritte meint, er könne noch nicht mit Jesus gehen, weil er sich von seiner Familie noch nicht verabschiedet hat. Es erscheint ihm als zu hart, sich von ihnen zu trennen, ohne ein letztes freundliches Wort zu hinterlassen. Jesu Antwort ist voller Entschiedenheit. Er ist radikal und fordert bedingungslose Hingabe. Wer nicht mit dem ganzen Herzen bei der Sache ist und das Alte hinter sich lässt, der “eiert” nur herum und ist unfähig Jesus zu folgen. Heute weiß kaum einer mehr, was passiert, wenn der Pflugführer bei der Arbeit rückwärts schaut. Aber versuche dasselbe mal auf dem Fahrrad: Leg die Hand an den Lenker und schaue im Fahren zurück. Das Ergebnis dürfte ähnlich sein. Jesus fordert uns dazu auf, mit ungeteiltem Herzen Fahrrad zu fahren und nach vorne zu blicken, auf ihn. Jesus fordert dein ganzes Herz für Gott. Er will deine ungeteilte Aufmerksamkeit. Willst du Jesus folgen, so folge ihm – jetzt.

Jesus konfrontiert dich mit der Realität

Warum erzählt uns Lukas so ausführlich von diesen Nachfolgesituationen? – Jesus will, dass du weißt, worauf du dich einlässt. Er will dir nichts verkaufen, und auch nichts aufschwatzen. Er ist auch nicht darauf angewiesen, dass du ihm folgst. Er will, dass du darüber nachdenkst, wie wertvoll das ist, was er dir schenken will. Er will dir zeigen, wie sehr er dich liebt, denn alles, was er von dir verlangt, hat er selbst getan: Er hat seine göttliche Gestalt verlassen, alle seine Herrlichkeit im Himmel gelassen und sich wie ein Hirte aufgemacht, um dich als das verlorene Schaf zu suchen. Dafür hat er auch seine irdische Familie verlassen und sogar die Trennung vom himmlischen Vater auf sich genommen, damit du leben kannst. Er wünscht sich eine Antwort auf seine Liebe zu dir. Es geht ihm nicht darum, dir deinen Wohlstand oder deine Familie zu nehmen - im Gegenteil, er will, dass du etwas noch viel Kostbareres entdeckst. Ergreife es!

 

Persönlich

  • Was hält dich davon ab, Jesus zu folgen? – Wo findest du dich bei den drei Ausreden selbst am meisten wieder?

Gebet: Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir. Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir. (Nikolaus von Flüe)

 

Impuls für die Bruderschaft

Lest gemeinsam Lukas 9,57-62 und tauscht euch über den Bibeltext aus.


optionale Fragen für das Bruderschaftstreffen:

  • Was hält dich davon ab, Jesus zu folgen? Wo findest du dich bei den drei Ausreden selbst am meisten wieder?

  • Hast du es bereits erlebt, dass Jesus dich in einer unpassenden Situation ruft? Hast du bereits Dinge hinter dir gelassen, die dir früher wichtig waren, um Jesus zu folgen?

  • Wie bist du dazu gekommen, Jesus nachzufolgen? Was bedeutet es heute für dich, alles hinter dir zu lassen, um Jesus zu folgen, gerade angesichts dessen, dass wir Jesus heute ja nicht mehr leiblich hinterherlaufen können?

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